Lage und Grösse

Die Joner Allmeind liegt am Obersee, zwischen der Mündung der Jona und der Bucht von Wurmsbach. Sie umfasst 23 ha Riedland und zählt damit zu den bedeutendsten an das Oberseeufer direkt angrenzenden Rieden. Allerdings ist die Fläche durch den Bahndamm vom Seeufer getrennt.

Geschichte

Im Unterschied zu allen anderen grösseren Rieden ist die Joner Allmeind trotz ihres Namens weder eine Allmeind noch im Grundbesitz der Ortsgemeinde, sondern wurde 1808 an die Genossen in viele, häufig sehr schmale Parzellen aufgeteilt.

Einschneidende Veränderungen des Seeufers brachten Ausbaggerungen, welche von 1929 bis in die 50er Jahre erfolgten. Den früheren Uferverlauf zeigen die schmalen Inseln im See draussen. Diese Inseln wurden im Bereich des ehemaligen Ufers als Damm geschüttet, damit die Trübungen bei der Baggerung nicht in edn See hinaus gelangten.

In der Wachstumseuphorie der 60er und 70er Jahre wurde ein grosser Teil der Joner Allmeind der Industriezone zugeteilt. Mit der ersten Schutzverordnung von 1978 konnte die Industriezone wesenlich verkleinert werden, weil das Kloster Wurmsbach bei St. Dionys Land verkaufte, das als Industrieland eingezont wurde.

Schutz und Gestaltung 

Im August 1978 erliess der Gemeinderat eine erste Verordnung über das Naturschutzgebiet Joner Allmeind. 1979 setzte er eine Aufsichtskommission für die Joner Allmeind ein, die 1985 in Natuschutzkommission umbenannt wurde. Bereits 1980 wurde ein Gestaltungsprojekt erarbeitet und in den folgenden Jahren umgesetzt. Im Januar 1995 legte der Gemeinderat eine neue Natur- und Heimatschutzverordnung auf.

Die wichtigsten Gestaltungsmassnahmen der letzten Jahre waren:

  • Anlage von neuen Wasserflächen im Ried, vor allem an der westlichen Grenze gegen das Industriegelände
  • Schaffen von Amphibienteichen auf der Südseite des Bahndamms
  • Bau von zwei Beobachtungstürmen am Allmeindsträsschen und am Strandweg
  • Anlegen einer Brutplattform für die Flussseeschwalbe östlich von Wurmsbach
  • Kauf der freiwerdenen Ried-Parzellen durch die Gemeinde
  • Anlage eines Naturlehrpfades

Vegetation

Fast die Hälfte der Joner Allmeind wird durch Hochstaudenriede verschiedener Ausbildung eingenommen. Diese zeigen sich rings um das ganze Gebiet und kommen in Innern vor allem entlang der Gräben vor, wo sie sich aufgrund der Freisetzung von Nähfstoffen aus dem seitlich deponierten Grabenaushub ausbreiten konnten. Eine grosse Fläche im Osten der Joner Allmeind zeugt von früherer Düngung. Im zentralen Bereich der Joner Allmeind finden sich vor allem basische Pfeifengraswiesen und Grossseggenriede. Kleinseggenriede und Zwischenmoore kommen nur sehr kleinflächig vor. Entlang des Obersees tritt in schmaler Ausprägung die klassische Zonation von Schilfröhricht und Steifseggenried auf.

Fauna

Auch wenn die anspruchsvollen Schnepfen wie der Grosse Brachvogel und die Bekassine oder auch der Kiebitz heute in der Joner Allmeind nicht mehr brüten, so hat dieses Ried als Rastplatz eine grosse Bedeutung. 1995 konnten Wintertrupps mit mehr als 200 Grossen Brachvöglen beobachtet werden. Der Brutbestand der Flussseeschwalbe liegt bei etwa 15 Paaren.

Bewirtschaftung und Pflege

Dank dem grossen Interesse der Naturschutzkommission und den hervorragenden Grundlagen ist zu hoffen, dass auf freiwilliger Basis in den nächsten Jahren die wertvollsten Teile des Rieds später geschnitten und ein Teil gemäss Rotationsprinzip genutzt werden kann.