Förderprojekt Zauneidechse & Co., Buechberg, Tuggen SZ

Die Zauneidechse

Einst war die Zauneidechse (Lacerta agilis) in der Schweiz weit verbreitet. Durch Verlust und Fragmentierung ihrer Lebensräume, Störungen durch den Menschen, Pestizide und die Einschleppung fremder Arten ist ihr Bestand jedoch stark zurückgegangen. In der ausgeräumten Landschaft im Mittelland und den Voralpen fehlen oftmals wertvolle Kleinstrukturen wie Ast- oder Totholzhaufen, Hecken und Altgrasstreifen. Genau diese Strukturen bieten jedoch auf relativ kleinem Raum eine Lebensgrundlage für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Nicht alle Tierarten sind in gleichem Masse fähig Distanzen zu überwinden, um neue Lebensräume zu besiedeln. Bei der Zauneidechse beispielsweise geht man davon aus, dass sie sich in ihrem ganzen Leben in der Regel nicht weiter als 30 Meter von ihrem Schlupfort entfernt. Zauneidechsen verbreiten sich besonders gut entlang von linearen Strukturen wie Waldrändern, Gewässerböschungen. Vernetzungen und Habitatausweitungen entlang dieser Strukturen bieten sich deshalb besonders an.

Projektziele Zauneidechse & Co.

Im Rahmen des Projekts «Zauneidechse & Co.» fördert die Stiftung Lebensraum Linthebene die bestehenden Populationen an der Wägitaler Aa und am Buchberg. Die südexponierten Waldränder in den beiden Gebieten bieten idealen Lebensraum für Zauneidechsen und diverse weitere Arten. Diese sind jedoch vielerorts durch die natürliche Sukzession zugewachsen oder verfügen über eine geringe Sturkturvielfalt. Ziel ist es, die Populationen zu erhalten, zu fördern und mittels vernetzender Massnahmen das Ausbreitungsgebiet der Zauneidechsen zu erweitern.

Das Gebiet

Der Waldrand entlang des gesamten Buchbergs in den Gemeinden Tuggen und Wangen ist südexponiert und weist zahlreiche Zauneidechsenfunde aus den letzten Jahren auf. Aufgrund der Grösse oder zeitlichen Umsetzung der Massnahmen wurde das Projektgebiet in verschiedene Abschnitte unterteilt:
– Rüschenzopf – 2020
– Kapelle-Schiessstand – 2021-2022
– Buchberg Süd – 2021-2022

Planung & Umsetzung

Ein erster Abschnitt «Rüschenzopf» konnte im Frühling 2020 in Zusammenarbeit mit der Genossame Tuggen realisiert werden. Dank eines grossflächigen Holzschlages wurde der Wald stark aufgelichtet. Mit dem anfallenden Holzmaterial erstellten die Zivildienstleistende Holzbeigen und Asthaufen und bekämpften überwucherte Brombeerflächen.

Der nächste Abschnitt «Kapelle-Schiessstand» wurde ebenfalls in Zusammenarbeit mit der Genossame Tuggen im Herbst 2020 geplant. Der Waldrandabschnitt Kapelle «Heilige Dreifaltigkeit Linthbort» bis zum Schiessstand östlich der Autobahn in Tuggen ist ein Hotspot für Zauneidechsen. Die Genossame Tuggen plante zu diesem Zeitpunkt einen Holzschlag, sodass beide Partien von Synergien profitieren konnten. Die Umsetzung erfolgte schliesslich ab Januar 2021. Die Hauptarbeiten wurden im April 2021 umgesetzt. Weitere Massnahmen folgten bis zum Sommer 2022. Dazu gehörte das Anbringen verschiedener Nisthilfen für Vögel, Bilche und Fledermäuse im Dezember 2021 oder eine Streifensaat im Frühling 2022.
Insgesamt konnten so über 800 Meter Waldrand aufgewertet und zahlreiche Kleinstrukturen wie Asthaufen und Wurzelstock-Sandhaufen für die Abdeckung der Lebensraumansprüche der Zauneidechse erstell werden. Zudem wurden rund 150 Sträucher zu Aufwertung der bestehenden Strauchschicht am Waldrand gepflanzt und auf 1,4 Hektaren Wiesland Streifensaaten durchgeführt, um die Q2-Qualität zu erreichen.

Der Abschnitt «Buchberg Süd» startete im Januar 2021 und bis im Herbst 2021 konnten Massnahmen an drei Standorte «Helloch», «Kathrinen» und «Oberluft Wald» geplant und mit privaten Grundeigentümern sowie der Genossame Tuggen verhandelt werden. Die Umsetzung der Massnahmen startete Mitte November 2021 und dauerte bis Ende April 2022. In dieser Zeit wurden die Fördermassnahmen durch die Zivildienstleistenden der Stiftung Lebensraum Linthebene unter fachkundiger Leitung durchgeführt. Bei vereinzelten Arbeiten – z.B. Platzierung der Wurzelstöcke – leistete die Genossame Tuggen zudem wertvolle Hilfe. Insgesamt konnte so über einen Kilometer Waldrand aufgewertet und zahlreiche Kleinstrukturen wie im Schwesterprojekt «Kapelle-Schiessstand» erstellt werden.

Unterstützung

Die finanzielle Unterstützung durch die Albert Koechlin Stiftung, den Kanton Schwyz, den naturmade star-Fonds von ewz und die zahlreichen Kleinspender ermöglichte die Umsetzung diverser Projekte im Rahmen von «Zauneidechse & Co.». Möchten auch Sie zukünftige Projekte zu Gunsten der Zauneidechse unterstützen, so können Sie dies gerne mit einer Spende mit dem Vermerk «Zauneidechse» via Spendenbox oder auf das Konto: CH73 0077 7008 2197 5193 0, lautend auf «Stiftung Lebensraum Linthebene», 8856 Tuggen tun. Herzlichen Dank!

Pressespiegel

Aktuellste Pressemitteilungen zum Projekt:

«Fördermassnahmen am Stationenweg in Tuggen» im Magazin Natur und Umwelt 03.2021

«Mehrwert für Mensch und Natur» im March Anzeiger 24.03.2021

«Neues Artenförderprojekt am Buchberger Waldrand» im Magazin Natur und Umwelt 12.2021

«Neue Strukturen für Zauneidechsen» im Magazin Natur und Umwelt 03.2022

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