Amphibienförderung Rempen, Vorderthal SZ

Die Stiftung Lebensraum Linthebene möchte das nationale Amphibienlaichgebiet «Rempen» im Wägital und dessen Umgebung gesamthaft aufwerten. Um dieses gesteckte Ziel zu erreichen, werden attraktive Laichgewässer benötigt. Im Herbst 2019 konnten die ersten beiden Gewässer hinter der Kraftwerkszentrale «Rempen» realisiert werden. Drei weitere grössere Gewässer, sowie mehrere kleinere Stautafelteiche konnten im darauffolgenden Jahr im «Aabort» erstellt werden. Die Aufwertungsmassnahmen werden durch den Bund und den Kanton Schwyz, sowie dem naturmade star-Fonds von ewz unterstützt.

Vielfältiger Lebensraum

Die Aufwertungen sollen nicht nur den Kröten und Fröschen Laichmöglichkeiten und Winterquartiere, sondern auch zahlreichen weiteren Pflanzen und Tieren einen Lebensraum bieten. Die unter der Bauherrschaft der Stiftung «Lebensraum Linthebene» erstellten Amphibiengewässer wurden unterschiedlich gestaltet. So können die verschiedenen Ansprüche der Amphibien an ihre Laichgewässer bestmöglich abgedeckt werden. Die vor Ort lebenden Erdkröten und Grasfrösche benötigen dauerhafte, über 50 cm tiefe Gewässer mit seichten Stellen. Die Erdkröten befestigen ihre Laichschnüre an Pflanzenstängeln oder Ästen, weshalb die Teiche auch solche Strukturen bieten müssen. Nebst den tieferen Gewässern wurden auch kleinere, flachere Teiche, welche sich schneller erwärmen, erstellt. Die weiteren Baumstämme und Wurzelstöcke in der Teichumgebung, sowie Ast- und Steinhaufen am Waldrand bieten den Amphibien und weiteren Kleintieren zusätzliche Versteckmöglichkeiten.

Geschichtliches

In den 80er-Jahren wurden auch im Kanton Schwyz alle bekannten Laichgebiete inventarisiert. Eines der grössten, potenziellen Schutzgebiete war die Gegend «Rempen» im Wägital. Mit dem zunehmendem Verkehr wurde die Wägitalerstrasse immer mehr zu einer Amphibien-Massackerstelle und schrie nach Verbesserungen.

Eine erste Linderung gab es, als das kantonale Tiefbauamt Amphibienzäune aufstellte und die Wildhüter – unterstützt durch Freiwillige – die Kübel regelmässig leerten und die Amphibien so sicher auf die andere Strassenseite brachten. Der Grundablass und das Tossbecken unterhalb der Staumauer waren bei den Amphibien sehr beliebt. An dieser Stelle konnten regelmässig weit über Tausend Laichballen gezählt werden, was auf eine sehr grosse und wichtige Population schliessen liess. Wenige Wochen nach der Schneeschmelze trockneten die beiden Becken aber regelmässig aus und die Laichballen und Kaulquappen mussten aufwändig Fass um Fass gerettet und in benachbarte Schutzgebiete umgesiedelt werden

In den letzten Jahren ermöglichten die AG Kraftwerk Wägital mit einer geringen Wasserzufuhr über einen Schlauch die Entwicklung der Amphibien und eine Umsiedlung war nicht mehr dringend nötig. Der Grundablass und das Tossbecken unterhalb der Staumauer sind langfristig aber aufgrund des Kraftwerkbetriebes (Spülungen, Notfallüberlauf bei Hochwasser) als Amphibienlaichgebiete nicht geeignet. Deshalb sollen nun Ersatzgewässer geschaffen werden, welche den Amphibien besser geeignete Laichbedingungen bieten.

Seit dem Dezember 2017 hat der Bundesrat dem Amphibienlaichgebiet «Rempen» nationale Bedeutung verliehen. Die Stiftung Lebensraum Linthebene hat nun auf Anregung der kantonalen Naturschutzfachstelle ein umfassendes Amphibienschutzkonzept für den Bereich «Rempen» und Umgebung erarbeitet. Seit den 80er Jahren setzten sich die Schutzorganisationen für die Erhaltung dieses einmaligen Schutzgebietes ein. Endlich ist eine umfassende Lösung in Sicht.

Unterstützung

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