Förderprojekt Laubfrosch

Sowohl der Europäische Laubfrosch (Hyla arborea) wie auch die Gelbbauchunke (Bombina variegata) sind beides hochspezialisierte Amphibienarten. Beide sind sehr stark von einer Verinselung ihres Lebensraums aufgrund der Trockenlegung von Mooren und Gewässern sowie der Begradigung von Bächen und Flüssen betroffen.

Projektziel

Das Förderprojekt Laubfrosch der Stiftung Lebensraum Linthebene sieht vor, diese stark gefährdeten Amphibienarten, welche in der Linthebene und angrenzenden Hügelhängen noch vertreten sind, mittels Trittsteinbiotopen zu fördern und bestehende Teilpopulationen zu vernetzen. Die Trittsteinbiotope weisen nebst passenden Laichgewässern für den Laubfrosch jeweils auch Kleingewässer für die Gelbbauchunke auf.

Vielseitige Gestaltung

Nebst den passenden Laichgewässern werden Kleinstrukturen wie Sträucher, Asthaufen oder Stein-Holz-Linsen erschaffen. Der neu geschaffene Lebensraum wird mit Hecken und Wildblumenansaaten weiter strukturiert. Durch diese vielseitige Gestaltung profitieren zahlreiche weitere Tiere und Pflanzen von dem aufgewerteten Lebensraum und die Trittsteinbiotope verbessern so massgeblich die Vernetzung in der Kulturlandschaft.

Laubfrosch und …

Von den weltweit 400 Laubfroscharten leben in der Schweiz zwei, durch die Alpen voneinander getrennt lebende Arten. Auf der Alpennordseite kommt der Europäische Laubfrosch (Hyla arborea) vor. Mit seiner leuchtend grün gefärbten Oberseite und den schmalen schwarzen Seitenstreifen ist der Laubfrosch unverkennbar – könnte man meinen. Doch der nur 4 cm kleine Froschlurch ist ein wahrer Verkleidungskünstler. Wie ein Chamäleon ist er in der Lage, je nach Untergrund und Stimmung seine Farbe zu wechseln. So kann seine Hautfärbung innert nur weniger Stunden von Hellgelb über ein kräftiges Blattgrün zu einem dezenten Oliv wechseln. Dank seinen scheibenförmigen Finger- und Zehenspitzen und einem klebstoffartigen Sekret kann er ausserdem hervorragend klettern. Es verwundert daher nicht, dass er die meiste Zeit auf Hochstauden, Sträuchern und sogar Bäumen verbringt. In ganz Mitteleuropa gelten die Laubfrösche als stark gefährdet. In den letzten 30 Jahren sind auch in der Schweiz viele Laubfroschstandorte verschwunden und ihr Verbreitungsgebiet ist massiv geschrumpft. Eine wichtige Ursache für ihren Rückgang ist der Ausfall von geeigneten Fortpflanzungsgewässern. Für sein Fortbestehen benötigt der Laubfrosch ein gutes Angebot an verschiedenen, untereinander vernetzten Gewässern.

… Gelbbauchunke

Die kleinen Gelbbauchunken lassen sich aufgrund ihres gelben Bauchs leicht erkennen und sogar anhand der individuellen Punktzeichnung unterscheiden. Sie besiedelt die im Zuge von dynamischen Prozessen, wie Windwurf und Überschwemmung, entstandenen temporären Kleingewässer in Bachauen, Feuchtwiesen und Wäldern. In der Schweiz wird die Gelbbauchunke als stark gefährdet eingestuft. Sie ist zwar nach wie vor relativ weit verbreitet, die Bestände sind jedoch meist klein. Hauptgrund für den jahrelangen Rückgang ist der Verlust geeigneter Laichgewässer.

Geplante Umsetzung

Das 2021 erstellte Trittsteinbiotop mit zwei Laichgewässern in Rieden soll bis Ende 2024 mit total fünf weiteren grosszügig gestalteten Trittsteinen in Ernetschwil, Neuhaus, Kaltbrunn, Schänis und Uetliburg ergänzt werden. Aktuell ist die Stiftung Lebensraum Linthebene auf der Suche nach den dafür notwendigen Geldern.

Unterstützung

Wir danken herzlich unseren Projektpartnern:

Stiftung Temperatio, Stotzer-Kästli-Stiftung, Béatrice Ederer-Weber Stiftung, Amt für Natur, Jagd und Fischerei Kanton St. Gallen

Möchten auch Sie dieses Projekt zu Gunsten der stark gefährdeten Amphibienarten unterstützen, so können Sie dies gerne mit einer Spende via Spendenbox oder mit dem Vermerk «Amphibien» auf das Konto: CH73 0077 7008 2197 5193 0, lautend auf «Stiftung Lebensraum Linthebene», 8856 Tuggen tun. Herzlichen Dank!

Pressespiegel

Aktuellste Pressemitteilungen zum Projekt:

«Neue Amphibiengewässer für Rieden SG» im Magazin Natur und Umwelt 09.2020

«Trittsteinbiotop für Laubfrosch und Co.» im Magazin Natur und Umwelt 06.2021

«Trittsteinbiotop mit Amphibienlaichgebiet Chummeren» in der LinthSicht 07.2021

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