Wieselförderprojekt in Schänis, Weesen und Amden SG

Das Hermelin und das Mauswiesel (zusammengefasst als Wiesel) sind die kleinsten einheimischen Karnivoren (Fleischfresser) und haben sich auf die Jagd von verschiedenen Wühlmausarten spezialisiert. Sie sind am Tag und in der Nacht aktiv und bewegen sich vorwiegend unterirdisch in den Mausgängen oder im Winter unter der Schneedecke, um nach Mäusen zu jagen. In der Schweiz sind ihre Bestände in den vergangenen Jahrzehnten rückläufig und dürften an mehreren Orten sogar verschwunden sein. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken werden die beiden Arten im Rahmen dieses Förderprojekts in den Gemeinden Schänis, Weesen und Amden (SG) durch Lebensraumaufwertungen und das Erstellen von Kleinstrukturen gefördert.

Hermelin und Mauswiesel

Das Hermelin ist stets perfekt an seine Umgebung angepasst. Im Sommer ist sein Rücken braun und im Winter weiss. Einzig seine Schwanzspitze bleibt das ganze Jahr über schwarz gefärbt. Das Mauswiesel ist kleiner als das Hermelin und wechselt in Mitteleuropa im Winter nur selten seine Fellfarbe von braun zu weiss. Im Gegensatz zum Hermelin hat es keine schwarze Schwanzspitze. Sowohl Hermelin, als auch Mauswiesel sind exzellente Mäusejäger. Eine Hermelinfamilie, bestehend aus einer Mutter mit sechs Jungtieren, jagt und verspeist zwischen 50 und 100 Mäuse pro Woche. Die kleinen Jäger tragen daher – zur Freude der Landwirte – wesentlich dazu bei Mäusepopulationen zu kontrollieren und zu dezimieren.

Projektziele

Das Projekt hat zum Ziel die vorhandenen Populationen von Hermelin und Mauswiesel langfristig zu sichern, zu stärken und grossräumig zu vernetzen. Dieses Ziel soll durch das Anlegen von Strukturen in der Kulturlandschaft wie Ast- und Steinhaufen, Hecken, Krautsäume und Altgrasstreifen an strategisch günstigen Orten erreicht werden. Die Strukturen bieten Wieseln Unterschlupf, Deckung gegen Feinde und Raum für die Aufzucht ihrer Jungen. Da solche Strukturen für viele weitere Tierarten ebenfalls überlebenswichtig sind, dienen die beiden Wieselarten auch als «Schirmart».

Das Grossprojekt «Wiesellandschaft Schweiz»

Seit 2012 engagiert sich die Stiftung WIN Wieselnetz mit dem Projekt «Wiesellandschaft Schweiz» für das Hermelin und das Mauswiesel (siehe www.wieselnetz.ch für mehr Informationen). In einem ost-west-Band und einem nord-süd-Band durch die ganze Schweiz wird mit Hilfe von intensiven Förder- und Vernetzungsmassnahmen eine Reihe von Populationsräumen aufgewertet oder neu geschaffen. Die einzelnen Fördergebiete sollen durch Vernetzungsmassnahmen verbunden werden, damit der für die langfristige Bestandessicherung notwendige Austausch von Individuen stattfinden kann. Das Förderprojekt für Wiesel in den Gemeinden Schänis, Weesen und Amden (SG) wird fachlich von der Stiftung WIN Wieselnetz begleitet und soll die Wieselpopulationen des Mittellandes mit dem Alpenraum verbinden. Das Projekt wird in Ergänzung zum Projekt «Artenförderung» der Stiftung «Lebensraum Linthebene» durchgeführt und mit diesem koordiniert.

Die Gebiete der Wieselförderprojekte im Rahmen von «Wiesellandschaft Schweiz» (orange), vom WIN-karch Pilotprojekt (rot), Wiesel & Co. am Zimmerberg (grün), Artenförderprojekt der Stiftung «Lebensraum Linthebene» (blau) und das hier beschriebene «Förderprojekt für Wiesel in den Gemeinden Schänis, Weesen und Amden (SG)» (lila).

Bisherige Projektarbeiten

Die Stiftung «Lebensraum Linthebene» führte eine GIS-basierte Raumanalyse durch, die es ermöglichte Gebiete, die ein Potenzial zur Wieselförderung aufweisen im Projektgebiet ausfindig zu machen. In diesen Gebieten sollen Klein- und Grossstrukturen erstellt werden.

Dank ersten Unterstützungsbeiträgen konnte im Frühling 2020 die Umsetzung der ersten Massnahmen gestartet werden. Gemeinsam mit Landwirten der Gemeinden Schänis, Weesen und Amden und Zivildienstleistenden der Stiftung «Lebensraum Linthebene» wurden Waldränder aufgewertet sowie Ast- und Steinhaufen am Waldrand und in Hecken erstellt. Im Sommer 2020 wurde eine erste Erfolgskontrolle mittels Spurentunnel durchgeführt. Die Holztunnel wurden an verschiedenen Standorten in neu erstellte Ast- und Steinhaufen integriert und mit Tinte und Papier bestückt. Anhand der hinterlassenen Spuren konnte dann identifiziert werden, welche Tiere anwesend sind. So konnten an knapp 40% aller kontrollierten Standorte Wiesel nachgewiesen werden. In einem von uns erstellten Asthaufen in Amden konnten sogar Spuren des selteneren Mauswiesels identifiziert werden. Im Herbst 2020/Frühling 2021 fand die zweite Umsetzungsphase statt, während der an weiteren Standorten mit zusätzlichen Landwirten Strukturen erstellt wurden. Auch eine Hecke und mehrere Hochstamm-Obstbäume konnten gepflanzt werden, ein Kleingewässer wurde geschaffen und Nisthilfen für Schwalben und Fledermäuse wurden installiert.

Ausblick

Im Herbst 2021 startet die nächste Umsetzungsphase. Mehr Informationen für interessierte Landwirte können hier abgerufen werden. Gerne beantworten wir Ihre Fragen und beraten Sie vor Ort. Kontaktieren Sie uns unter anja.marty@lebensraum-linthebene.ch oder 043 844 49 51. Falls Sie als Schulklasse, Firma oder Verein aus der Region Lust haben mitanzupacken dürfen Sie sich ebenfalls gerne bei uns melden.

Unterstützung

Wir danken herzlich unseren Projektpartnern:
Stiftung WIN Wieselnetz, WWF St. Gallen, Ernst Göhner Stiftung, Fonds Landschaft Schweiz (FLS), Sophie und Karl Binding Stiftung, Stotzer-Kästli-Stiftung, Stiftung Drittes Millennium, Monique Gallusser-Lafont Stiftung

Zurzeit wird noch nach weiteren Geldern für die nächsten Umsetzungsphasen gesucht. Die Stiftung «Lebensraum Linthebene» ist froh um Unterstützung aus der Bevölkerung. Gespendet werden kann direkt über diese Webseite oder mit dem Vermerk «Wiesel» auf das Konto: CH73 0077 7008 2197 5193 0 lautend auf Stiftung Lebensraum Linthebene, in 8856 Tuggen.

Dieses Projekt unterstützen

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