Stiftung Lebensraum Linthebene
Gässlistrasse 1A
8856 Tuggen

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Natel   

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Das Hermelin und das Mauswiesel (zusammengefasst als Wiesel) sind die kleinsten einheimischen Karnivoren (Fleischfresser) und haben sich auf die Jagd von verschiedenen Wühlmausarten spezialisiert. Sie sind am Tag und in der Nacht aktiv und bewegen sich vorwiegend unterirdisch in den Mausgängen oder im Winter unter der Schneedecke, um nach Mäusen zu jagen. In der Schweiz sind ihre Bestände in den vergangenen Jahrzehnten rückläufig und dürften an mehreren Orten sogar verschwunden sein. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken werden die beiden Arten im Rahmen dieses Förderprojekts in den Gemeinden Schänis, Weesen und Amden (SG) durch Lebensraumaufwertungen und das Erstellen von Kleinstrukturen gefördert. 



Das Hermelin ist stets perfekt an seine Umgebung angepasst. Im Sommer ist sein Rücken braun…
(© hakoar – Adobe Stock)

…und im Winter weiss. Einzig seine Schwanzspitze bleibt das ganze Jahr über schwarz gefärbt. (© naturbilderteam.de)

Das Mauswiesel ist kleiner als das Hermelin und wechselt in Mitteleuropa im Winter nur selten seine Fellfarbe von braun zu weiss. Im Gegensatz zum Hermelin hat es keine schwarze Schwanzspitze. (© Stephan Morris – Adobe Stock)

Sowohl Hermelin, als auch Mauswiesel (Bild) sind exzellente Mäusejäger. Eine Hermelinfamilie, bestehend aus einer Mutter mit sechs Jungtieren, jagt und verspeist zwischen 50 und 100 Mäuse pro Woche. Die kleinen Jäger tragen daher – zur Freude der Landwirte – wesentlich dazu bei Mäusepopulationen zu kontrollieren und zu dezimieren. (© vpetrosyan – Adobe Stock)

 

Ziele


Das Projekt hat zum Ziel die vorhandenen Populationen von Hermelin und Mauswiesel langfristig zu sichern, zu stärken und grossräumig zu vernetzen. Dieses Ziel soll durch das Anlegen von Strukturen in der Kulturlandschaft wie Ast- und Steinhaufen, Krautsäume und Altgrasstreifen an strategisch günstigen Orten erreicht werden. Da solche Strukturen für viele weitere Tierarten ebenfalls überlebenswichtig sind, dienen die beiden Wieselarten auch als «Schirmart». 


 

Das Grossprojekt «Wiesellandschaft Schweiz»


Seit 2012 engagiert sich die Stiftung WIN Wieselnetz mit dem Projekt «Wiesellandschaft Schweiz» für das Hermelin und das Mauswiesel (siehe www.wieselnetz.ch für mehr Informationen). In einem ost-west-Band und einem nord-süd-Band durch die ganze Schweiz wird mit Hilfe von intensiven Förder- und Vernetzungsmassnahmen eine Reihe von Populationsräumen aufgewertet oder neu geschaffen. Die einzelnen Fördergebiete sollen durch Vernetzungsmassnahmen verbunden werden, damit der für die langfristige Bestandessicherung notwendige Austausch von Individuen stattfinden kann. Das Förderprojekt für Wiesel in den Gemeinden Schänis, Weesen und Amden (SG) wird fachlich von der Stiftung WIN Wieselnetz begleitet und soll die Wieselpopulationen des Mittellandes mit dem Alpenraum verbinden. Das Projekt wird in Ergänzung zum Projekt «Artenförderung» der Stiftung «Lebensraum Linthebene» durchgeführt und mit diesem koordiniert.



Die Gebiete der Wieselförderprojekte im Rahmen von «Wiesellandschaft Schweiz» (orange), vom WIN-karch Pilotprojekt (rot), Wiesel & Co. am Zimmerberg (grün), Artenförderprojekt der Stiftung «Lebensraum Linthebene» (blau) und das hier beschriebene «Förderprojekt für Wiesel in den Gemein-den Schänis, Weesen und Amden (SG)» (lila).

 

Konzept


Die Stiftung «Lebensraum Linthebene» führte eine GIS-basierte Raumanalyse durch, die es ermöglichte Gebiete, die ein Potenzial zur Wieselförderung aufweisen im Projektgebiet ausfindig zu machen. In diesen Gebieten sollen Klein- und Grossstrukturen erstellt werden.



Asthaufen bieten Wieseln Unterschlupf, Deckung gegen Feinde und Raum für die Aufzucht ihrer Jungen. (© Lebensraum Linthebene)

 

Erste Umsetzungsphase im Frühling 2020


Dank ersten Unterstützungsbeiträgen konnte im Frühling 2020 die Umsetzung der ersten Massnahmen gestartet werden. Gemeinsam mit vier motivierten Landwirten der Gemeinden Schänis, Weesen und Amden wurden Ast- und Steinhaufen am Waldrand und in Hecken erstellt. Im Herbst 2020 startet die nächste Umsetzungsphase. Mehr Informationen für interessierte Landwirte können hier (Infoblatt) abgerufen werden. Gerne beantworten wir Ihre Fragen und beraten Sie vor Ort. Kontaktieren Sie uns unter anja.marty@lebensraum-linthebene.ch oder 043 844 49 51. 



Die Strukturen werden von Zivildienstleistenden der Stiftung Lebensraum Linthebene unter fachkundiger Leitung gemeinsam mit den Landwirten erstellt. (© Stiftung Lebensraum Lithebene)

 

Unterstützung


Wir danken herzlich unseren Projektpartnern:

Ernst Göhner Stiftung, Fonds Landschaft Schweiz, Monique Gallusser-Lafont-Stiftung, Sophie und Karl Binding Stiftung, Stiftung Drittes Millennium, Stotzer-Kästli-Stiftung, WIN Wieselnetz und WWF St. Gallen.

Zurzeit wird noch nach Geldern für die nächste Umsetzungsphase gesucht. Die Stiftung «Lebensraum Linthebene» ist froh um Unterstützung aus der Bevölkerung. Gespendet werden kann mit dem Vermerk «Wiesel» auf das Konto: CH73 0077 7008 2197 5193 0 lautend auf Stiftung Lebensraum Linthebene, in 8856 Tuggen.