Stiftung Lebensraum Linthebene
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8856 Tuggen

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Kilometerweit zieht sich eine Geländepanzersperre aus armiertem Beton im schwyzerischen Schübelbach quer durch die Linthebene. Früher einmal zur Landesverteidigung erstellt, ist sie heute in Vergessenheit geraten. Sie wird nicht mehr gepflegt, als Müllhalde missbraucht und der Verbuschung überlassen.




Die Geländepanzersperre vom Typ «Toblerone» aus dem zweiten Weltkrieg ist mangels Unterhalt dicht mit Gehölz bewachsen. Verdeckt unter Bäumen und Gestrüpp ist die Panzersperre aus dem zweiten Weltkrieg von der Autobahn über Buttikon bis nach Reichenburg noch knapp zu erkennen.

Über die Jahrzehnte hat sich ausserdem sehr viel Müll angesammelt, der dort illegal entsorgt wurde. Müll, Bauschutt und Sperrgut wurden bei Nacht und Nebel entsorgt. Wie die Bilder eindeutig aufzeigen, waren es nicht Kinder, welche mit ihren Kaugummipapierchen für Unordnung sorgten.

 

Wer sorgt für Ordnung?

Man darf davon ausgehen, dass diese illegale Müllhalde in der Gemeinde bekannt war. Natürlich stellt sich die Frage, warum das wachende Auge der Anwohner und der Behörden über Jahre freundlich weggeschaut haben. Man wird es nie herausfinden. Anstattdessen schreitet die Stiftung «Lebensraum Linthebene» zur Tat. Denn sie hatte das grosse ökologische Potenzial schon lange erkannt. Dank einem Unterstützungsbeitrag der Arma-Suisse konnte sie diesen Frühling mit Hilfe von Zivildienstleistenden eine gross angelegte Entrümpelungsaktion starten.

 



Heute hat dieses Bauwerk seinen militärischen Nutzen verloren. Mangels Unterhalt ist so einiges liegengeblieben, was nicht dort hin gehört.

Ein Rückbau dieser mit Beton und Armierung konstruierten Zeitzeugin hin zu Wiesland oder Ackerfläche ist finanziell nicht tragbar.

 

Ein Relikt wieder zum Leben erwecken

Als brach liegender, kaum bewirtschafteter Streifen, quert diese Panzersperre die gesamte Linthebene: Von Reichenburg über Buttikon bis zur Autobahn A3 auf der Höhe Mühlenen bei Tuggen. Die Idee: Das Relikt aus Betonbauten könnte vielen Wildtieren einen neuen Lebensraum bieten, sie könnten sich gut geschützt quer durch die Linthebene fortbewegen.  

 



Die Stiftung «Lebensraum Linthebene» hat im Frühjahr 2016 bereits den ersten Abschnitt der Panzersperre zwischen der Autobahn A3 und dem SBB-Bahntrasse von Unrat befreit und Ordnung gemacht.

In den letzten Monaten wurde nun auch im zweiten Teil der Panzersperre von der Eisenbahn bis zum Fussballplatz Buttikon der Zivilisationsmüll herausgeräumt und umweltgerecht entsorgt.

 

Vorbilder?

In Anbetracht der schieren Menge der hier straffrei abgelagerten Materialien, stellt sich die Frage, wo die Vorbildfunktion der Erwachsenen gegenüber den Kindern geblieben geblieben ist.



In den Sträuchern der Toblerone wurden grosse Mengen Müll illegal entsorgt.

Im ersten Schritt musste daher der gesamte Abfall aus der Toblerone gesammelt und entsorgt werden.

Abschnittsweise wird das Gesamtstück der Geländepanzersperre ökologisch aufgewertet.

 

Kleinstrukturen schaffen

Um die Eigenschaften der Sperre als Vernetzungsachse zu optimieren, hat die Stiftung «Lebensraum Linthebene» das Projekt «Toblerone» ins Leben gerufen. Auflichtungen, kleine Tümpel, Steinhaufen, Wiesenstreifen und weitere wertvolle Kleinstrukturen sollen aus dem mit Abfall durchsetzten, verbuschten Streifen ein Paradies für Pflanzen, Schmetterlinge, heckenbrütende Vögel, Kleinsäuger und andere Tiere werden lassen.  



Die sorgfältige Planung und eine solide Kommunikation zwischen der Gemeinde, dem Revierförster, dem VBS und der Stiftung LRLE bilden das Fundament der erfolgreichen «Toblerone-Revitalisierung».

Asthaufen dienen als Lebensraum für Reptilien, wie z.B. die Ringelnatter.

Mit Steinhaufen werden Repitilien gefördert. Blindschleiche und Ringelnatter, aber auch zahlreiche weitere Tiere finden darin Unterschlupf.

 

Zivis im Einsatz


Die ersten Arbeiten wurden bereits durchgeführt. Zusammen mit einem Landwirt haben Zivildienstleistende der Stiftung «Lebensraum Linthebene» haufenweise Abfall aus der Sperre geborgen und entsorgt.


Weiter wurde Astmaterial zusammengetragen und zu ökologisch wertvollen Totholzhaufen aufgeschichtet.

Diese dienen Hermelin, Mauswieseln und anderen Kleintieren als Lebensraum und willkommenes frostsicheres Winterquartier.




 

Fortsetzung folgt...


Noch sind die Arbeiten nicht abgeschlossen. Die nächsten Schritte werden mit den angrenzenden Eigentümern und Bewirtschaftern geplant.