Lage und Grösse

Das Niderriet liegt in der Gemeinde Bilten GL, am südlichen Rand der oberen Linthebene. Seine Fläche beträgt rund 17 ha. Etwa die Hälfte gehört der Allgemeinen Genossame Reichenburg; die Parzelle mit dem grossen Teich (Torfstichsee) ist im Besitz des Kantons, die übrigen Parzellen sind im Besitz von privaten Eigentümern.

Geschichte

Eine Besonderheit des Niderriets sind die mehrere Meter mächtigen Torflagen. Das Gebiet lag bis zum ausgehenden Mittelalter im Bereich der Uferzone des «Tuggner Sees». Im seichten Uferwasser dieses fast die ganze Linthebene bedeckenden flachen Sees, vielleicht in einer frühzeitig abgeschlossenen Bucht, setzte die Verlandung und Torfbildung früh ein, vielleicht schon vor einigen tausend Jahren. So mächtige Torfschichten sind nur erklärbar mit einer sehr langen Zeit oder mit einer ausserordentlich raschen Torfbildung. Da auch bei günstigen Umständen der Zuwachs von Torf kaum rascher erfolgt als 30 bis 40 cm pro 100 Jahre, muss auf eine lange Zeit der Torfbildung geschlossen werden. 

Schutz und Gestaltung

Für die Kantonsparzelle mit dem Torfstichsee wurde 1970 eine Schutzverordnung erlassen, in der sie zum Naturreservat erklärt wurde. Das übrige Gebiet und dessen Umgebung wurde von der Gemeinde in eine Schutzzone gestellt.

Flora und Fauna

Grosse Flächen sind von Hochstaudenfluren überwachsen, doch gedeihen auf den übrigen Flächen, wo noch keine Ansammlung von Nährstoffen stattgefunden hat, Pfeifengraswiesen, Steifseggenriede und Zwischenmoore in schönen Ausbildungen. Typisch für die obere Linthebene ist der hohe Flächenanteil an sauren Pfeifengraswiesen.

In einem Gutachten von 1970 fällt die Vielzahl der Pflanzenarten auf, insbesondere diejenige der Seggen. Wahrscheinlich sind die meisten heute noch vorhanden. Früher brüteten der Brachvogel (bis 1965) und der Kiebitz im Gebiet. Heute sind sie, wie die Bekassine, noch in der Zugzeit zu beobachten.

Bewirtschaftung und Pflege

Auf den meisten Riedflächen wird im Herbst nach traditioneller Art die Streu geschnitten. In den letzten Jahren wurden für die meisten Parzellen Bewirtschaftungsverträge im Sinne des Naturschutzes abgeschlossen. In der Umgebung des Torfstiches wurde mit Bewirtschaftungsverträgen eine Pufferzone um das Ried und den See angelegt, in der das Ausbringen von Düngern verboten oder allenfalls Mistdüngung gestattet ist.