Lage und Grösse

Die Allmeind von Schmerikon liegt am oberen Ende des Obersees, auf der Nordseite des Linthkanals und im ehemaligen Aufschüttungsbereicht der Linth und des Aabachs. Das Riedgebiet erstreckt sich über rund 29 ha und gehört der Ortsgemeinde Schmerikon.

Geschichte

Wie andere Feuchgebiete der Region wurde auch das Streuland der Schmeriker Allmeind zugungsten des intensiv genutzten Wieslandes beschnitten: auf älteren Karten bis 1933 steht der Name «Grosse Allmeind» sogar  noch im Gebiet oberhalb der gedeckten Aabachbrücke. Neueren Datums ist die Umwandlung von Riedflächen in Sport- und Schiessplätze und in das Absetzbecken der Kieswaschanlage. Andererseits hat sich das Riedgebiet bis in jüngster Zeit auf Kosten der Seefläche vergrössert. 

Schutz und Gestaltung

Das Riedgebiet der Allmeind steht seit 1983 im Rahmen der allgemeinen Schutzverordnung der Gemeinde unter Naturschutz; das östlich anschliessende Gebiet ist Landschaftsschutzgebiet, einschliesslich dem Absetzbecken. Dieses wird in Zukunft nicht mehr benutzt und kann umgestaltet und in das Naturschutzgebiet eingegliedert werden.

Vegetation

1990 konnte ein Auftrag für ein Schutzkonzept erteilt werden. Von allen untersuchten Gebieten ist in der Schmeriker Allmeind der Anteil an Hochstaudenrieden mit 13% am kleinsten. Dies ist wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass die Riedflächen nur zu einem kleinen Teil an intensiv genutztes Landwirtschaftsland angrenzen. Über die Hälfte des Rieds besteht aus Ziest-Pfeifengraswiesen, wobei diejenigen mit Horstsegge vorherrschen; hervorzuheben ist auch die grosse Fläche der trockenen Ausbildungen mit Filzfrüchtiger Segge, die fast den ganzen Südrand der Allmeind säumen. Überdurchschnittlich vertreten sind im weiteren die Kleinseggenrasen. Gegen das Seeufer zu wachsen Grossseggenbestände und ein fast geschlossener Röhrichtgürtel. Diese nasseren Flächen wurden nur unregelmässig oder gar nicht gemäht, sodass grössere Gebüschgruppen aufwachsen konnten. In diesem Seeuferbereich ist die Schlammschachtelhalm-Flur in den letzten Jahren fast gänzlich verschwunden.

Orchideenvielfalt

Die Schmeriker Allmeind zeichnet sich aus durch aussergewöhnlich reiche Orchideenvorkommen. Recht häufig sind die Knabenkräuter: Breitblättriges Knabenkraut (Dactylorhiza majalis), Geflecktes Knabenkraut (D. maculata), Fleischfarbenes Knabenkraut (D. incarnata), Helm-Knabenkraut (Orchis militaris). Ferner kommen die Mücken-Händelwurz (Gymnadenia conopsea) und die Wohlriechende Händelwurz (G. odoratissima) vor. Zwei sehr feine und unscheinbare Orchideen sind die feine Einorchis (Herminium monorchis) und Loesels Sumpf-Glanzkraut (Liparis loeselii). Dies ist eine in ganz Europa sehr seltene und bedrohte Orchidee. Die Weisse Sumpfwurz (Epipactis palustris) ist eine der auffälligsten einheimischen Orchideen mit ihren tropisch anmutenden Blüten. Sie kommt in den Kleinseggenrieden der Schmeriker Allmeind in Beständen von Hunderten bis Tausenden von Individuen vor.

Fauna

Auch als Lebensraum für die Tierwelt hat die Schmeriker Allmeind eine sehr grosse Bedeutung. In den letzten Jahren brüteten mit Sicherheit folgene Riedvogelarten: Drossel-, Sumpf- und Teichrohrsänger, Feldschwirl und Rohrammer. Der Kiebitz ist unregelmässiger Brüter, der Grosse Brachvogel ein Gast, der auch im Frühsommer erscheint. Unter den Heuschrecken sind drei sehr seltene Arten nachgewiesen worden: Sumpfschrecke (Stethophyma grossus), Sumpfgrille (Pteronemobius heydenii) und Grosse Schiefkopfschrecke (Ruspolia nitidula). Besondere und stark bedrohte Schmetterlinge sind der Grosse und der Kleine Moorbläuling (Maculinea teleius und M. alcon) sowie das Blauauge (Minois dryas). Als seltene Libellenart kommt der Kleine Blaufpeil (Orthetrum coerulescens) vor. An den Riedgräben leben Wasserfrösche und Ringelnattern.

Bewirtschaftung und Pflege

Der grösste Teil der Fläche wird jährlich im Herbst als Streuland gemäht, die Gräben werden regelmässig gesäubert. Der nasseste Teil im Westen des Gebiets, wo das Röhricht dominiert, wird dagegen mehr oder weniger sich selbst überlassen, was sich auch an den dort verbreiteten Gebüschgruppen ablesen lässt. Am Südrand des Gebietes wurde ein intensiver Wiesenstreifen im Rahmen der Linthsanierung in Ökofläche umgewandelt und beherbergt heute zahlreiche Tümpel.